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Leidenschaft trifft auf Unternehmergeist

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Dieser Artikel ist auch im Zürioberland Magazin vom 23. Oktober 2026 erschienen.

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Ob Weine vom Ustermer Schlosshügel, Wagyu-Rindfleisch vom Bauernhof oder kreative Delikatessen aus der Mosterei: Regionalprodukte entstehen durch Menschen, die mit viel Fachwissen, persönlichem Einsatz und grosser Leidenschaft arbeiten. Sie setzen auf Qualität, denken langfristig und bleiben ihren eigenen Überzeugungen treu. Was treibt sie an? Wir haben nachgefragt.

Wer Regionalprodukte herstellt, entscheidet sich selten für den einfachsten Weg. Hinter jedem Produkt stehen unzählige Arbeitsschritte, viel Erfahrung und die Bereitschaft, Energie in Qualität zu investieren. Ob im Rebberg, im Stall oder in der Verarbeitung: Die Arbeit folgt den Jahreszeiten, den Gegebenheiten der Natur und dem Anspruch, etwas Besonderes zu schaffen. Im Gespräch mit drei Produzent:innen aus dem Zürcher Oberland wird deutlich, dass gute Lebensmittel Zeit, Sorgfalt und persönliches Engagement brauchen.

Mit Fachkompetenz und Weitblick
Eveline Heusser bewirtschaftet am Ustermer Schlosshügel rund 8000 Rebstöcke und setzt dabei auf einen naturnahen, pragmatischen Ansatz. Wenn sie von ihren Reben erzählt, wird ihre Stimme ganz sanft: «Sie sind ein Teil unserer Familie», so Heusser, die das Familienunternehmen seit 2002 mit viel Stolz führt. Eveline Heussers Arbeit zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Verständnis für natürliche Kreisläufe aus. Für sie ist Wein weit mehr als ein landwirtschaftliches Produkt: Jede Flasche versteht sie als Kunstwerk, geprägt von Handarbeit, Terroir und dem Charakter des jeweiligen Jahrgangs.

Je nach Witterung füllt Heusser jährlich mehrere tausend Flaschen Wein ab, wobei die Erträge von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Spätfrost, Hagel oder Krankheiten machen deutlich, dass eine gute Ernte im Weinbau keine Selbstverständlichkeit ist. Umso grösser ist die Dankbarkeit, wenn die Natur mitspielt. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, baut Eveline Heusser auf einem Teil ihrer Flächen robuste Rebsorten an. Ein Beispiel dafür ist der fruchtige Sauvignac-Weisswein. Die moderne Züchtung vereint hohe Weinqualität mit einem geringeren Pflanzenschutzaufwand. Auch Heussers Förderung der Nützlinge trägt dazu bei. Dieser Ansatz ist beispielhaft für einen Weinbau, der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Anpassungsfähigkeit verbindet.

Dass Eveline Heusser in der Weinbranche hohes Ansehen geniesst, zeigen nicht nur zahlreiche Auszeichnungen für ihre Weine. Auch als Hagelexpertin für Versicherungen ist sie gefragt. In dieser Funktion beurteilt sie Schäden in den Rebbergen, pflegt den Austausch mit Winzer:innen aus der ganzen Schweiz und trägt mit ihrem Fachwissen zur Weiterentwicklung der Branche bei.
ustermer.ch

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Mit viel Handarbeit und langjähriger Erfahrung pflegt Eveline Heusser ihre Reben am Ustermer Schlosshügel.

Der kulinarische Tüftler
Echte Kunstwerke kreiert auch Dietmar Huber vom «Mostihuber» in Wald. 30 Tonnen Süssmost produziert der gelernte Koch und passionierte Feinkosttüftler jährlich in Handarbeit. Den Most kombiniert er mit natürlichen Zutaten wie Kräutern, Ingwer oder als «Glüehmostwii» mit Weisswein aus Eveline Heussers Rebberg. Huber erkennt Marktlücken, experimentiert und skaliert. Ein Beispiel dafür ist Ayran, ein erfrischendes Joghurtgetränk aus der Türkei, das er seit diesem Jahr produziert. Das Getränk ist im Zürcher Oberland, im Raum Zürich und in St. Gallen erhältlich.

Parallel ist er regelmässig unterwegs, um seine Produkte bei Produzent:innen, Gastronomiebetrieben und im Handel zu platzieren. Damit deckt er die gesamte Wertschöpfungskette eines Lebensmittelproduzenten ab: von der Entwicklung und Herstellung über die Vermarktung bis hin zum Verkauf. Der Erfolg kommt dabei keineswegs von selbst, sondern ist das Resultat von viel persönlichem Einsatz, Ausdauer und unternehmerischem Engagement. «Das Label ‹us em ZÜRIOBERLAND› und die Zusammenarbeit mit der Standortförderung Zürioberland sind für mich sehr wertvoll. Ich profitiere von Sichtbarkeit, Expertise, dem Austausch mit anderen Produzent:innen und neuen Absatzmöglichkeiten», sagt Huber.
mostihuber.ch

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Mostihuber produziert jährlich 30 Tonnen Süssmost in Handarbeit. © graustufen.ch

Im Einklang mit der Natur Auf dem Hof Uf Rüti oberhalb von Gibswil stehen hochwertige Lebensmittel und eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen im Zentrum. Esra und Dorothee Müdespacher führen den Familienbetrieb am Fusse des Bachtels in elfter Generation. Die Zucht reinrassiger Wagyu-Rinder bildet das Herzstück des Betriebs. Mit viel Fachwissen hat das Paar eine eigene Herde mit rund 20 Tieren aufgebaut. «Uns ist es wichtig, die Natur und unsere Tiere würdevoll und mit Respekt zu behandeln», betonen sie. Dieses Verständnis bildet die Grundlage für die hohe Qualität ihrer Produkte. Ihr Anspruch an Nachhaltigkeit hat das Ehepaar erfinderisch gemacht: «Wir wollten das hochwertige Rinderfett unserer Wagyu-Rinder weiterverwerten und verarbeiten es deshalb zu pflegenden Seifen», so Dorothee Müdespacher.

Auch bei der Fütterung ihrer Tiere legen die beiden grossen Wert auf Sorgfalt und beste Futtergrundlagen. Die jährliche Heuernte spielt dabei eine zentrale Rolle. «Ich liebe unsere Heutage», schwärmt Dorothee Müdespacher. «Sie sind zwar lang und streng, aber gemeinsam mit unseren Helfer:innen hochwertiges Futter für unsere Tiere zu gewinnen, ist sehr zufriedenstellend.» Lange Heutage kennen auch die rund 140 Milchproduzent:innen, welche Rohmilch für die Zürcher Oberländer Käsereien produzieren. Nur dank dieser Rohmilch können die Käsereien mit dem schonenden Verfahren bei tiefer Temperatur die hochwertigen Rohmilchkäse herstellen. Das wäre mit der weniger aufwändigen Silofütterung nicht möglich.
uf-rueti.ch

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Auf dem Bauernhof Uf Rüti wachsen reinrassige Wagyu-Rinder natürlich und stressfrei auf. Das Tierwohl steht im Mittelpunkt. © Bauernhof Uf Rüti

us em ZÜRIOBERLAND

Zu den Regionalprodukten

Rund 500 Produkte sind mit dem Label «us em ZÜRIOBERLAND» ausgezeichnet. Das garantiert Konsument:innen, dass die Rohstoffe aus der Region stammen und die Verarbeitung wie Keltern, Mahlen oder Schlachten in der Region stattfindet. Dahinter stehen über 30 Produzent:innen mit rund 400 Beschäftigten, die Wertschöpfung, Arbeits- und Ausbildungsplätze generieren. Achten Sie auf die Produktemarke.