Dieser Artikel ist auch im Zürioberland Magazin vom 23. Oktober 2026 erschienen.
Jetzt kostenlos abonnierenDer Bachtel ist mit seinen 1115 Metern über Meer zwar nicht der höchste, aber einer der beliebtesten Aussichtspunkte im Kanton. Vor allem aber ist er das Wahrzeichen des Zürcher Oberlandes. Dank des sanierten Restaurants strahlt der Bachtel als Leuchtturm nun wieder weit über die Region hinaus und generiert direkte und indirekte Wertschöpfung.
Als im November 2023 das Restaurant Bachtel-Kulm für die nachfolgende Komplettsanierung geschlossen wurde, sorgte das im Zürcher Oberland für viel Gesprächsstoff; denn der Bachtel ist nicht einfach ein Berg, sondern ein regionales Wahrzeichen. Diesen Stellenwert zeigt auch die Tatsache, dass das Projekt mit Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sowie mit einer Million Franken aus dem Gemeinnützigen Fonds des Kantons Zürich unterstützt wurde. Zusätzlich sprach die Standortförderung Zürioberland (SZO) ein zinsloses Darlehen in der Höhe von CHF 200’000.– im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP), mit der Bund und Kantone unter anderem Projekte im Zürcher Berggebiet fördern.
Regional und nachhaltig
Eröffnet wurde das neue Restaurant Bachtel-Kulm im Herbst 2025, die offi zielle Einweihungsfeier fand im Frühjahr 2026 statt. Bei der Komplettsanierung legte die Genossenschaft Bachtel-Kulm grossen Wert auf die regionale Auftragsvergabe und Nachhaltigkeit. So wurde die Fassade mit Vollmondholzschindeln aus der Region verkleidet. Ab den 1920er-Jahren zeigte das Gebäude ein charakteristisches Erscheinungsbild mit fünf Giebeln, das bei einem Umbau in den 1980er-Jahren verloren ging. Im Rahmen der Komplettsanierung kehrte die Genossenschaft Bachtel-Kulm zur historischen fünfgiebeligen Silhouette zurück und kombinierte diese historischen Anleihen mit modernster Technik wie Erdsonden für eine nachhaltige Energieversorgung. Auch kulinarisch überrascht der Bachtel-Kulm mit einem frischen Konzept, sodass nicht nur die Aussicht über den Zürichsee bis hinunter nach Zürich, in den Alpstein und ins Tössbergland, sondern auch jene auf regionale und saisonale Speisen Wanderer, Bikerinnen und Ausflugslustige auf den Bachtel lockt.
Der Bachtel mit Aussichtsturm und saniertem Restaurant prägt als Wahrzeichen das Zürcher Oberland und zieht zahlreiche Besuchende an. © Christoph Gamper
Vielseitigkeit der Region
Auf dem Bachtel gibt es seit 1854 die Möglichkeit, einzukehren: In diesem Jahr baute der damalige Bachtelverein eine «Trinkhütte» auf dem Kulm. 1921 wurde die Genossenschaft Bachtel-Kulm gegründet, die seither den Bachtel ehrenamtlich als Erholungsraum für die ganze Bevölkerung pflegt. Im Grundsatz, so konstatierte Daniela Waser, Geschäftsleiterin der SZO, an der offiziellen Eröffnungsfeier, sei der Bachtel das geblieben, was er schon seit 1854 ist: ein Ort zum Durchatmen, ein Ort für Weitblick, ein Ort der Begegnung; aber auch ein Ort, an dem man sich dank des einmaligen Rundblicks der Vielseitigkeit des Kantons bewusst werden kann – im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn.