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Hier entsteht Zukunft

Dieser Artikel ist auch im Zürioberland Magazin vom 23. Oktober 2026 erschienen.

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Aufbuchstimmung liegt in der Luft. Auf dem Flugplatz Dübendorf nimmt eines der ambitioniertesten Zukunftsprojekte der Schweiz, der Switzerland Innovation Park Zurich, Gestalt an: mitten im Baustellenlärm, umgeben von bereits ansässigen Forschungsprojekten, Start-ups und Unternehmen. Hier sollen innovative Ideen marktreif werden, neue Technologien entstehen und bis 2050 rund 15'000 Menschen arbeiten. Dabei wird auch die Zusammenarbeit mit Firmen aus dem Zürcher Oberland eine wichtige Rolle spielen.

Aus einem Hangar ragt die Spitze eines Kleinflugzeuges hervor, ein paar Meter weiter steht eine Gruppe Studierender diskutierend um einen Boliden. Überall herrscht emsiges Treiben, begleitet vom Hämmern aus der gegenüberliegenden Baustelle. Fast wähnt man sich in einer anderen Welt. Doch sie ist ganz nah: Dass auf dem Militärflugplatz Dübendorf ein 70 Hektaren grosser Innovationspark entsteht, ist nicht neu. Nur kann sich (noch) kaum jemand etwas
darunter vorstellen.

Dabei geht es hier um nicht weniger als um unsere Zukunft, wie Sonja Wollkopf Walt, Head of Business Expansion and Markets, es formuliert. Auf den ersten Blick mag das, was bisher über den Innovationspark Zürich bekannt ist, wenig mit dem alltäglichen Leben zu tun haben. Doch der Eindruck täuscht: «Unsere Start-ups entwickeln mit Partner:innen aus der Industrie beispielsweise neue KI-Tools und testen, wie die Robotik uns Menschen unterstützen oder die Sicherheit von Maschinen erhöhen kann», so Wollkopf. Auf dem Gebiet der autonomen Systeme werden Lösungen für Fahrzeuge, Industrieprozesse und die Logistik erarbeitet. Dies alles passiert im Cluster «Robotik und Mobilität». Im Cluster «Fortgeschrittene Produktionstechnologien» werden unter anderem neue Schweiss- und Laserbearbeitungsverfahren erprobt und Nanotechnologieforschung betrieben.

Weiterhin ein Flugplatz
Der Cluster «Luft- und Raumfahrt» fördert Projekte wie die satellitenbasierte Erdbeobachtung für Klimaforschung und Katastrophenschutz. Zudem wurde der Innovationspark Zürich von der staatlichen US-Raumfahrtbehörde Space Florida zum «European Space Hub» auserkoren. Das führt zu einer engen Zusammenarbeit mit Space Florida sowie mit dem privaten Weltraumunternehmen Starlab Space.

Geflogen wird in Dübendorf ohnehin weiter: Die Basis der Schweizer Luftwaffe bleibt hier, ebenso jene der Rega. Hinzu kommen die Forschungs- und Entwicklungsflüge des Innovationsparks Zürich sowie einige Flüge in der Zivilluftfahrt, etwa während des World Economic Forums.

Auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf nimmt eines der grössten Innovationsprojekte der Schweiz Gestalt an. Visualisierung: © Switzerland Innovation Park Zurich

Funktionierendes Ökosystem
Der Innovationspark Zürich ist beispielhaft für eine erfolgreiche Public Private Partnership: Der Bund gab das Land, der Kanton die Anschubfinanzierung. Nun ist es an privaten Trägern – unter der Federführung von HRS Real Estate und Angst & Pfister –, ein visionäres Projekt in ein funktionierendes Ökosystem zu verwandeln. Der erste von sieben geplanten Neubauten ist im Sommer 2027 bezugsbereit; einziehen wird eine Zweigstelle der Kantonsschule Stadelhofen. Weitere Neubauten sind im Bewilligungsverfahren bei der Stadt Dübendorf. Sobald die Mieter:innen feststehen, wird gebaut. «Und zwar erst dann, wir erstellen keine Bauruinen», hält Wollkopf fest.

Der Standort Dübendorf kommt nicht von ungefähr: Im Dreieck zwischen Zürich, Winterthur und Rapperswil liegen einige der wichtigsten Bildungsstätten der Schweiz sowie zwei Forschungsanstalten der ETH Zürich. Die Nähe zu Forschung und Innovation ist ein entscheidender Faktor für die Standortattraktivität. Es werde kein Elfenbeinturm entstehen. «Das Areal soll auch ein Begegnungsort für die Bevölkerung sein.» Geplant sind Läden, Gastronomie und Sportangebote mit Anschluss an die Glatttalbahn sowie Parkanlagen, durch die gar der einst zubetonierte Chrebsschüsselibach wieder frei fliessen wird.

Kooperationen mit lokalen Unternehmen
«Wir möchten dazu beitragen, dass die Schweiz auch künftig zu den innovativsten Ländern der Welt zählt», fasst Wollkopf zusammen. Diesen Spirit will man noch stärker nach aussen tragen. Denn: International sind einige der über 40 Start-ups und KMU bereits gut vernetzt. Genauso wichtig sind aber regionale Kooperationen. «Das Konzept sieht ausschliesslich Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung vor. Als Zulieferinnen und Dienstleister werden auch Unternehmen in der Umgebung profitieren. Diese wiederum könnten den «Innovationshunger » der Start-ups und deren Nähe zu den Hochschulen für sich nutzen. «Gerade auch Firmen aus dem Zürcher Oberland, unter denen sich mehrere Hidden Champions befinden.»

Nun gehe es darum, Kooperation im In- und Ausland zu fördern. Denn das Ziel ist klar: Laut Sonja Wollkopf will der Innovationspark Zürich das europäische Zentrum für Forschung und Entwicklung im Bereich DeepTech werden, «und die Welt damit ein Stück besser und sicherer machen».
innovationparkzurich.com

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